Triggerpunkte finden und lösen – Anleitung für Einsteiger

Verspannungen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sind oft das Ergebnis sogenannter Triggerpunkte – verhärtete Muskelbereiche, die Druckempfindlichkeit und Schmerzen auslösen können. Doch was genau sind Triggerpunkte, wie entstehen sie und vor allem: Wie kannst du sie selbst finden und lösen? In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über Triggerpunkte und bekommst eine praktische Anleitung zur Selbstbehandlung.


Was sind Triggerpunkte?

Triggerpunkte sind kleine, schmerzhafte Muskelverhärtungen (auch Myogelosen genannt), die sich als Knötchen oder Verdickungen im Muskelgewebe anfühlen. Sie entstehen durch Überlastung, schlechte Haltung, Stress oder Verletzungen. Häufig strahlen sie Schmerzen in andere Körperbereiche aus – zum Beispiel kann ein Triggerpunkt im Nacken Kopfschmerzen verursachen.

Typische Ursachen für Triggerpunkte:

✔ Fehlhaltungen (z. B. langes Sitzen am Schreibtisch)
✔ Überlastung durch Sport oder körperliche Arbeit
✔ Stressbedingte Verspannungen
✔ Verletzungen oder Muskelzerrungen
✔ Bewegungsmangel

Die gute Nachricht: Triggerpunkte lassen sich mit gezielten Techniken selbst behandeln – ohne Medikamente oder teure Therapien!


Wie findet man Triggerpunkte?

Das Erkennen von Triggerpunkten erfordert etwas Übung, aber mit den folgenden 3 Schritten kannst du sie gezielt aufspüren:

1️⃣ Tasten und Fühlen

  • Fahre mit den Fingern langsam über den Muskel.
  • Achte auf verhärtete Stellen, die sich wie kleine Knötchen oder feste Stränge anfühlen.
  • Ein Triggerpunkt kann schmerzhaft sein, wenn du ihn drückst, und Schmerzen in andere Bereiche ausstrahlen.

2️⃣ Schmerzpunkte lokalisieren

  • Drücke sanft auf die verhärtete Stelle.
  • Spürst du einen intensiven Schmerz oder eine Art „ziehendes Gefühl“?
  • Strahlt der Schmerz in eine andere Körperregion aus? Dann hast du vermutlich einen aktiven Triggerpunkt gefunden.

3️⃣ Beweglichkeit testen

  • Bewege den betroffenen Muskel.
  • Fühlt er sich steif oder eingeschränkt an?
  • Ist der Schmerz beim Bewegen stärker? Dann ist der Triggerpunkt aktiv.

Triggerpunkte lösen – Die besten Techniken

Sobald du einen Triggerpunkt gefunden hast, kannst du ihn mit diesen einfachen Methoden behandeln:

1️⃣ Druckpunkt-Massage (Triggerpunkt-Therapie)

✔ Drücke mit Daumen, Fingern oder einem Massageball direkt auf den Triggerpunkt.
✔ Halte den Druck für 30–60 Sekunden, bis sich die Spannung langsam löst.
✔ Wiederhole dies 2-3 Mal pro Tag, um die Muskulatur langfristig zu entspannen.

💡 Tipp: Falls der Schmerz zu intensiv ist, reduziere den Druck etwas – es sollte spürbar, aber nicht unerträglich sein!

2️⃣ Selbstmassage mit einem Massageball oder Faszienrolle

✔ Lege einen kleinen Massageball (z. B. Lacrosse- oder Tennisball) auf die betroffene Stelle.
✔ Rolle sanft darüber, um den Triggerpunkt zu lockern.
✔ Besonders gut für Rücken, Gesäß und Nacken geeignet.

💡 Tipp: Falls du keinen Massageball hast, kannst du auch eine Wasserflasche oder deine Finger verwenden.

3️⃣ Dehnen nach der Massage

✔ Dehne den behandelten Muskel direkt nach der Massage, um Verspannungen langfristig zu reduzieren.
✔ Halte jede Dehnung für 20–30 Sekunden.
✔ Achte darauf, die Dehnung nur bis zur Schmerzgrenze zu führen.

💡 Tipp: Eine Kombination aus Massage und Dehnung wirkt oft am besten!

4️⃣ Wärme- oder Kältetherapie

Wärme: Fördert die Durchblutung und hilft bei chronischen Verspannungen. Verwende eine Wärmflasche oder ein warmes Handtuch.
Kälte: Reduziert Entzündungen. Ein Coolpack oder Eiswürfel kann nach intensiver Triggerpunktmassage helfen.


Die häufigsten Triggerpunkte & ihre Lösung

1️⃣ Triggerpunkte im Nacken & Schulterbereich

🔹 Ursache: Zu langes Sitzen, Stress, falsche Schlafposition
🔹 Symptome: Kopfschmerzen, eingeschränkte Nackenbeweglichkeit
🔹 Lösung: Sanfter Druck mit Daumen oder Massageball am oberen Trapezmuskel

2️⃣ Triggerpunkte im unteren Rücken

🔹 Ursache: Fehlhaltung, langes Sitzen, schwache Bauchmuskeln
🔹 Symptome: Rückenschmerzen, Schmerzen im Gesäß
🔹 Lösung: Faszienrolle oder Massageball entlang der unteren Rückenmuskulatur rollen

3️⃣ Triggerpunkte in der Wade

🔹 Ursache: Überlastung, falsches Schuhwerk, Sportverletzungen
🔹 Symptome: Schmerzen beim Gehen, Wadenkrämpfe
🔹 Lösung: Massage mit einem Tennisball oder Faszienrolle an der Wade

4️⃣ Triggerpunkte im Gesäß (Piriformis-Syndrom)

🔹 Ursache: Langes Sitzen, falsche Haltung, Muskelverspannungen
🔹 Symptome: Schmerzen im unteren Rücken, ausstrahlend ins Bein
🔹 Lösung: Massage mit einem Lacrosse-Ball unter dem Gesäß, leichte Dehnung der Gesäßmuskulatur


Wann solltest du einen Profi aufsuchen?

Wenn die Selbstmassage keine Besserung bringt oder du unter starken Schmerzen leidest, solltest du einen Physiotherapeuten oder Masseur aufsuchen. Besonders bei chronischen Beschwerden kann eine professionelle Triggerpunkt-Therapie helfen.

Warnzeichen, bei denen du aufpassen solltest:

❌ Plötzliche, starke Schmerzen ohne ersichtlichen Grund
❌ Taubheitsgefühle oder Kribbeln in Armen oder Beinen
❌ Starke Bewegungseinschränkungen
❌ Schmerzen, die trotz Behandlung über Wochen bestehen


Fazit: Triggerpunkte selbst behandeln und Schmerzen lindern

Mit der richtigen Technik kannst du Triggerpunkte selbst finden und behandeln. Wichtig ist regelmäßige Selbstmassage, Dehnung und eine gesunde Haltung, um Verspannungen vorzubeugen.

📌 Deine nächsten Schritte:
✅ Finde die schmerzhaften Punkte mit der Drucktechnik
✅ Massiere sie mit Daumen oder einem Massageball
✅ Dehne die Muskulatur anschließend sanft
✅ Falls nötig, wende Wärme oder Kälte an

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Bitte beachte: Es werden bei uns nur Wellnessmassagen gelehrt, die man zu Entspannung und präventiv einsetzen kann. Beschriebene Massagen zur "Behandlung" von körperlichen oder psychischen Beschwerden dürfen nur präventiv eingesetzt werden!