Google-Unternehmensprofil für Masseure: Setup und Bewertungen
Wenn jemand „Massage in der Nähe“ sucht, erscheint zuerst eine Karte mit drei Einträgen. Wer dort steht, bekommt die Anfrage. Wer nicht dort steht, existiert für diese Suche nicht. Das ist der ganze Grund, warum dieses Profil vor der Website kommt.
Kurzantwort
Leg das Profil vor allem anderen an — noch vor der Website. Wähle eine passende Kategorie, verberge die Adresse, wenn du zu Hause oder mobil arbeitest, lade echte Fotos hoch, pflege Öffnungszeiten und Leistungen, und frag unmittelbar nach dem Termin nach Bewertungen. Achte auf die Sprache: Heilversprechen sind auch im Profil abmahnfähig.
Schritt 1 — Profil anlegen und verifizieren
Du legst das Profil über Google an, gibst Name, Kategorie und Adresse an und lässt es verifizieren — meist per Postkarte mit Code, teilweise per Telefon oder Video. Das dauert wenige Tage bis zwei Wochen.
Der Unternehmensname sollte genau so lauten, wie du im Alltag auftrittst — also so, wie es auf deinem Schild, deiner Rechnung und deiner Website steht. Zusätze wie „beste Massage Aalen“ sind gegen die Richtlinien und führen zur Sperrung.
Adresse verbergen — der wichtige Punkt
Google unterscheidet zwischen Ladengeschäften und Dienstleistern mit Einzugsgebiet. Wenn du kein Ladenlokal hast, wähle die zweite Variante: Du gibst ein Servicegebiet an — etwa „Aalen und Umkreis 25 km“ — und die Adresse bleibt nicht öffentlich sichtbar. Für die Verifizierung braucht Google sie trotzdem.
Das ist gerade für Frauen relevant, die allein arbeiten. Mehr dazu in Mobile Massage und Massage in der eigenen Wohnung.
Schritt 2 — Kategorien wählen
| Kategorie | Einschätzung |
|---|---|
| Massagesalon / Massagestudio | gut für Wellnessanbieter mit Raum |
| Massagetherapeut | weit verbreitet, aber der Begriff Therapeut ist im Wellnesskontext heikel |
| Wellnesscenter / Wellnesszentrum | gute Alternative, wenn verfügbar |
| Day Spa | passend bei umfangreicherem Angebot |
| Physiotherapiepraxis | nur bei entsprechender Qualifikation — sonst irreführend |
Wähle eine Hauptkategorie und höchstens zwei bis drei Zusatzkategorien. Zu viele verwässern die Zuordnung. Und achte auf die Abgrenzung zur Heilkunde, siehe Heilpraktiker für Massage.
Schritt 3 — Das Profil vollständig füllen
- Öffnungszeiten — realistisch, inklusive Feiertagsregelung. Falsche Zeiten sind der häufigste Grund für schlechte Bewertungen.
- Telefonnummer, unter der wirklich jemand rangeht oder zurückruft
- Website oder Buchungslink
- Leistungen — jede Anwendung einzeln mit Dauer und Preis
- Beschreibung, 300 bis 700 Zeichen, ohne Heilversprechen
- Attribute — Termin erforderlich, barrierefrei, Parkplatz, Kartenzahlung
- Fotos — der stärkste Einzelfaktor, siehe unten
Die Beschreibung — ein Beispiel
„Wellnessmassagen in ruhiger Atmosphäre in [Ort]. Klassische Ganzkörper- und Rückenmassagen, Hot Stone und Lomi Lomi Nui. Zwischen 60 und 100 Minuten, ohne Zeitdruck und mit warmen Handtüchern. Termine nach Vereinbarung, auch am Abend. Massage ausschließlich zur Entspannung und zum Wohlbefinden, keine Heilbehandlung.“
Der letzte Satz ist kein Kleingedrucktes, sondern ein Schutz. Was sonst noch in der Formulierung zählt, steht in Heilmittelwerbegesetz.
Schritt 4 — Fotos
Der am meisten unterschätzte Faktor. Profile mit echten, guten Fotos werden deutlich häufiger angeklickt als solche mit Stockbildern oder ohne Bilder.
| Motiv | Warum |
|---|---|
| Der Behandlungsraum, aufgeräumt und warm beleuchtet | beantwortet die wichtigste unausgesprochene Frage: Wie sieht es da aus? |
| Die Liege mit frischer Wäsche | signalisiert Sauberkeit |
| Du selbst, freundlich, ohne Verkleidung | Massage ist Vertrauenssache |
| Details: Öle, warme Steine, Handtücher | macht das Angebot greifbar |
| Eingang und Klingelschild | hilft beim Finden, reduziert Verspätungen |
Was du vermeiden solltest: Stockfotos mit Steinen und Orchideen. Sie sind sofort erkennbar und wirken beliebig. Ein etwas unperfektes echtes Foto schlägt jedes perfekte gekaufte.
Schritt 5 — Bewertungen
Bewertungen sind der zweitwichtigste Rankingfaktor nach der Entfernung und gleichzeitig das, worauf Interessenten zuerst schauen.
Wie du sie bekommst
- Persönlich fragen, unmittelbar nach der Massage — nicht per Sammelmail Wochen später
- Den Weg leicht machen: QR-Code auf einer Karte, die du mitgibst
- Konkret formulieren: „Wenn es dir gefallen hat, freue ich mich über zwei Zeilen bei Google.“
- Regelmäßig fragen, nicht in Wellen — ein gleichmäßiger Zufluss wirkt echt
Bewertungen kaufen oder erfinden ist wettbewerbswidrig nach dem UWG und wird zunehmend erkannt. Bewertungen mit Rabatten koppeln ist ebenfalls heikel, weil es die Bewertung als beeinflusst erscheinen lässt — und weil eine bezahlte Empfehlung als solche kenntlich gemacht werden müsste. Nur zufriedene Kunden gezielt fragen und andere überspringen, gilt ebenfalls als problematisch. Der einzige saubere Weg ist: alle fragen, ehrlich bleiben.
Wie du auf eine schlechte Bewertung reagierst
Fast jeder bekommt irgendwann eine. Drei Regeln:
- Sachlich und kurz. Zwei Sätze, keine Rechtfertigung.
- Keine Details zur Person oder zum Termin. Auch nicht, um dich zu verteidigen. Gesundheitsangaben unterliegen der Vertraulichkeit — eine Antwort wie „Sie hatten doch eine Thrombose erwähnt“ wäre ein Datenschutzverstoß.
- Ein Angebot machen. „Das tut mir leid. Melden Sie sich gern direkt bei mir, dann finden wir eine Lösung.“
Die Antwort schreibst du nicht für den Verfasser, sondern für die zwanzig Menschen, die sie später lesen. Eine ruhige Antwort auf eine unfaire Bewertung wirkt besser als vier zusätzliche Fünf-Sterne-Einträge.
Bei eindeutig falschen oder beleidigenden Bewertungen kannst du die Löschung bei Google beantragen. Das gelingt nicht immer, aber häufiger als viele denken — besonders wenn nachweislich keine Kundenbeziehung bestand.
Schritt 6 — Pflege
| Aufgabe | Rhythmus |
|---|---|
| Neues Foto hochladen | alle 4 bis 6 Wochen |
| Beitrag posten (Angebot, Urlaub, Neuigkeit) | monatlich |
| Auf Bewertungen antworten | innerhalb weniger Tage, auf alle |
| Fragen im Profil beantworten | zeitnah |
| Öffnungszeiten für Feiertage anpassen | vor jedem Feiertag |
| Leistungen und Preise aktualisieren | bei jeder Änderung |
Fünfzehn Minuten im Monat reichen. Ein gepflegtes Profil wird von Google bevorzugt und von Menschen als Zeichen gewertet, dass es den Betrieb noch gibt.
Häufige Fragen
Brauche ich ein Google-Unternehmensprofil?
Ja — es ist die wirksamste kostenlose Maßnahme für lokale Sichtbarkeit.
Muss ich meine Privatadresse angeben?
Nein. Als Dienstleister mit Einzugsgebiet bleibt die Adresse verborgen; sichtbar ist nur das Servicegebiet.
Welche Kategorie soll ich wählen?
Massagesalon oder eine ähnliche Wellnesskategorie. Vorsicht bei Bezeichnungen, die Heilbehandlung suggerieren.
Wie bekomme ich Bewertungen?
Persönlich unmittelbar nach dem Termin fragen, mit QR-Code oder Link. Niemals kaufen oder erfinden.
Wie reagiere ich auf schlechte Bewertungen?
Sachlich, kurz, ohne Details zur Person, mit dem Angebot einer direkten Klärung.
Wie viele Bewertungen brauche ich?
Ab etwa zehn wirkt das Profil belastbar, ab dreißig deutlich. Wichtiger als die Zahl ist ein gleichmäßiger Zufluss über die Zeit.
Ersetzt das Profil eine Website?
Für den Start ja. Ab etwa Monat neun lohnt eine eigene Seite mit Preisen, Ablauf und Kontakt.
Quellen und Anlaufstellen
- Google-Richtlinien zur Darstellung von Unternehmen in Google — verbindlich für Name, Kategorie und Bewertungen
- Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), §§ 5 und 5a — irreführende und nicht gekennzeichnete Werbung, gekaufte Bewertungen
- Heilmittelwerbegesetz (HWG) — Maßstab für Aussagen im Profil
- Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) — Vertraulichkeit bei Antworten auf Bewertungen
Kein Rechtsrat. Diese Seite gibt Praxiserfahrung mit Stand 31. Juli 2026 wieder. Funktionen und Richtlinien von Google ändern sich laufend; maßgeblich sind die jeweils aktuellen Google-Richtlinien. Für wettbewerbs- und datenschutzrechtliche Fragen wende dich an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.