Die eigene Website: selbst bauen oder machen lassen?

Stand: 5. August 2026 · Erfahrungsbericht von Peter Baumann, Massageschule Baumann in Aalen · Lesezeit ca. 8 Minuten

Die Frage wird fast immer als Geldfrage gestellt und ist in Wahrheit keine. Entscheidend ist, wer die Seite in zwei Jahren ändert, wenn sich ein Preis ändert oder du zwei Wochen in Urlaub gehst. Wer das vorher klärt, kommt mit jeder der drei Varianten gut zurecht.

Kurzantwort

Eine schlichte, schnelle Seite mit echten Fotos und offenen Preisen schlägt jede aufwendige. Entscheide nicht nach Kosten, sondern nach der Frage: Wer pflegt sie später? Baukasten für alle, die selbst Hand anlegen wollen; ein Content-Management-System, wenn du Freiheit und Unabhängigkeit brauchst; eine Auftragsarbeit, wenn du damit nichts zu tun haben willst. Impressum und Datenschutzerklärung sind Pflicht, bei Online-Buchung kommen AGB und Widerrufsbelehrung dazu — beides gehört zur Anwältin und nicht zur Bastelei. Und: Mobilgeräte zuerst, denn dort wird gesucht.

Die drei Wege im Vergleich

Ich beschreibe hier Kategorien, keine Anbieter. Ein Baukasten ist ein Mietsystem, bei dem du im Browser zusammenklickst und alles Technische beim Anbieter liegt. Ein Content-Management-System ist eine Software, die auf einem Webspace deiner Wahl läuft und die du selbst aktuell halten musst. Eine Auftragsarbeit heißt, dass jemand anderes das für dich macht — freiberuflich oder als Agentur.

BaukastenContent-Management-SystemAuftragsarbeit
Kostenlaufende Monats- oder Jahresgebühr, keine einmalige Investitiongünstiger Webspace, aber Zeit oder bezahlte Hilfe für Einrichtung und Wartungeinmalig für den Aufbau, danach je nach Absprache laufend für Pflege
Zeit bis fertigein paar Abende, wenn Texte und Fotos schon da sinddeutlich länger, weil man erst das System verstehtWochen bis Monate, meist wartet die Agentur auf deine Texte
Abhängigkeithoch — die Seite lässt sich schwer mitnehmen, wenn du wechselstgering — Inhalte und Daten liegen bei dirabhängig vom Vertrag; klär, wem Domain, Zugänge und Inhalte gehören
Pflegeeinfach, Aktualisierungen macht der Anbieterdu bist für Aktualisierungen und Sicherheit verantwortlichbequem, aber jede Kleinigkeit läuft über jemand anderen
Ergebnisordentlich und ausreichend; Gestaltungsspielraum begrenztfrei gestaltbar, hängt stark von deinem Können abmeist am saubersten — wenn Fotos und Texte stimmen
Passt zu dir, wenn …du selbst Hand anlegen willst und schnell online sein möchtestdu technisch interessiert bist und unabhängig bleiben willstdu das Thema abgeben willst und dafür ein Budget hast

Konkrete Beträge nenne ich bewusst nicht — sie unterscheiden sich stark und veralten schnell. Hol dir zwei bis drei Angebote und vergleiche, was jeweils enthalten ist: nur der Aufbau, oder auch Texte, Fotos, Rechtstexte und Pflege? Wer bei einem Angebot Fotos und Texte selbst beisteuern muss, hat den größeren Teil der Arbeit noch vor sich.

Der teuerste Fall ist keiner der drei

Am meisten kostet die halbfertige Seite: begonnen, nie zu Ende gebracht, seit anderthalb Jahren mit den Preisen von damals online. Sie wirkt schlechter als gar keine Seite, weil sie signalisiert, dass sich hier niemand kümmert — und ein Interessent überträgt das auf die Massage. Wenn du merkst, dass du nicht fertig wirst: Nimm sie vom Netz und arbeite so lange mit dem Google-Unternehmensprofil, das kostenlos ist und schnell vollständig.

Warum schlicht besser ist als aufwendig

Menschen kommen nicht auf deine Seite, um sich beeindrucken zu lassen. Sie kommen mit einer Handvoll Fragen und wollen wissen, ob sie anrufen sollen. Alles, was zwischen diesen Fragen und den Antworten steht, ist im Weg — Startbilder, die sich drehen, eingeblendete Fenster, Bewegungen beim Scrollen, ein Text über die Geschichte der Massage.

Dazu kommt der praktische Teil: Aufwendige Seiten laden langsamer, gehen häufiger kaputt und lassen sich schlechter selbst ändern. Wer wartet, geht zurück in die Suche und klickt den Nächsten an. Welche Fragen eine Massage-Website beantworten muss, habe ich in Online-Sichtbarkeit für Masseure zusammengestellt; hier geht es um den Bau drumherum.

Die Pflichtseiten

Das gehört zur Anwältin, nicht zur Bastelei

Impressum und Datenschutzerklärung braucht jede gewerbliche Seite, und beide müssen von überall mit einem Klick erreichbar sein. Wer online Termine verkauft oder Gutscheine anbietet, schließt Verträge im Fernabsatz — dann kommen in aller Regel AGB und eine Widerrufsbelehrung dazu, samt der Frage, wie mit dem Widerrufsrecht bei einem bereits wahrgenommenen Termin umzugehen ist.

Diese Texte werden gern aus anderen Seiten zusammenkopiert. Davon rate ich ab: Sie passen dann nicht zu dem, was du tatsächlich tust, und genau das ist der häufigste Fehler. Lass sie von einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt erstellen oder wenigstens prüfen. Ich bin kein Jurist, und diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung.

Ein Punkt, der oft übersehen wird: Wenn du im Kontaktformular nach Gesundheitsangaben fragst — und sei es nur „Gibt es etwas, das ich wissen sollte?“ —, bewegst du dich in einem besonders geschützten Bereich. Wie du mit solchen Daten umgehst, steht in DSGVO und Kundenkartei. Mein Rat: Frag solche Dinge nicht im Formular ab, sondern erst im persönlichen Vorgespräch.

Die Seitenstruktur, die funktioniert

SeiteAufgabeAnmerkung
Startseitein Sekunden klarmachen, was, wo und wie man einen Termin bekommtdie wichtigste Seite, siehe unten
Angebot / Anwendungenjede Anwendung erklären: Ablauf, Dauer, für wenbei mehreren Anwendungen je eine eigene Unterseite
Preisealle Preise offen, mit Dauer„Preise auf Anfrage“ kostet Anrufe, siehe Preise kalkulieren
Über michwer du bist, was du gelernt hast, warum du das machstmit Foto — Massage ist Vertrauenssache
KontaktTelefon, Nachricht, ÖffnungszeitenTelefonnummer als Link, damit man auf dem Handy tippen kann
AnfahrtAdresse, Parken, Stockwerk, Klingelschilderspart dir Anrufe und Verspätungen
ImpressumPflichtangabenim Fußbereich jeder Seite verlinkt
DatenschutzerklärungPflichtangabenmuss zu dem passen, was deine Seite wirklich tut

Mehr braucht es am Anfang nicht. Jede zusätzliche Seite ist Pflegeaufwand. Ein Blog gehört ausdrücklich nicht dazu, solange du nicht sicher bist, dass du ihn durchhältst.

Was auf die Startseite gehört — in dieser Reihenfolge

  1. Ein Satz: was du anbietest und wo. „Wellnessmassage in [Ort]“ — ganz oben, ohne Umschweife.
  2. Die Möglichkeit, einen Termin zu bekommen. Telefonnummer oder Buchungsmöglichkeit, sichtbar ohne Scrollen.
  3. Ein echtes Foto von dir und vom Raum. Warum das so wichtig ist, steht in Fotos für die eigene Website.
  4. Die Anwendungen mit Dauer und Preis. Kurz, als Liste, mit Link auf die jeweilige Unterseite.
  5. Drei Sätze über dich. Nicht die Lebensgeschichte, aber genug, um ein Gesicht zu haben.
  6. Adresse, Anfahrt, Parken. Ganz unten, aber vorhanden.

Diese Reihenfolge folgt den Fragen im Kopf des Besuchers und nicht dem, was du am liebsten erzählen würdest. Der häufigste Fehler ist, mit einem stimmungsvollen Bild und einem Begrüßungstext zu beginnen und die Telefonnummer erst ganz unten zu bringen.

Texte in eigener Sprache

Fast jede Massageseite fängt mit demselben Satz an: „Gönnen Sie sich eine Auszeit vom Alltag.“ Das steht auf so vielen Seiten, dass es gar nichts mehr sagt. Besser ist, konkret zu werden: was passiert, wie lange, in welchem Raum, mit welchen Handtüchern, wie du beginnst und wie du aufhörst.

FloskelBesser
„Gönnen Sie sich eine Auszeit vom Alltag“„Sechzig Minuten, in denen niemand etwas von Ihnen will“
„Ganzheitliches Wohlbefinden für Körper, Geist und Seele“„Rücken, Nacken und Schultern, in Ruhe und ohne Zeitdruck“
„Massage löst Verspannungen und lindert Schmerzen“„Eine kräftige Rückenmassage mit warmem Öl“
„Individuell auf Sie abgestimmt“„Vorher frage ich Sie, worauf Sie Wert legen und was ich auslassen soll“
„Höchste Qualität und langjährige Erfahrung“„Ich massiere seit [Jahr], gelernt habe ich bei [Schule]“

Die dritte Zeile ist nicht nur sprachlich besser, sondern auch die sicherere Variante. Sobald du eine Beschwerde benennst und deine Anwendung als Antwort darauf darstellst, ist das eine gesundheitsbezogene Wirkaussage — und die ist angreifbar, auch in Überschriften, Bildunterschriften und Alt-Texten. Die Einzelheiten stehen in Heilmittelwerbegesetz und Werbeaussagen. Auch bei der Bezeichnung, unter der du auftrittst, lohnt vor dem Veröffentlichen ein prüfender Blick: Sie darf keine geschützte Ausbildung vortäuschen, die du nicht hast.

Mobilgeräte zuerst

Der weitaus größte Teil der lokalen Suchen läuft über das Handy, oft unterwegs und mit einer Hand. Bau die Seite also nicht am großen Bildschirm und schau am Ende, ob sie auf dem Handy „auch geht“ — sondern andersherum. Prüfe auf deinem eigenen Telefon: Ist die Schrift ohne Zoomen lesbar? Sind Knöpfe mit dem Daumen zu treffen? Ist die Telefonnummer antippbar? Muss man seitlich schieben?

Zur Ladezeit nenne ich bewusst keine Zielwerte, weil solche Zahlen je nach Messung und Gerät etwas anderes bedeuten. Die praktische Regel reicht: Öffne die Seite mit dem Mobilfunknetz, nicht im WLAN. Wenn du selbst ungeduldig wirst, sind es andere längst. Die häufigste Ursache sind unverkleinerte Fotos direkt aus der Kamera.

Domain und E-Mail-Adresse

  • Kurz und sprechbar. Der Test ist, ob du sie am Telefon durchgeben kannst, ohne zu buchstabieren. Bindestriche und Umlaute erschweren genau das.
  • Ortsname hilft, wenn er zu dir passt — er sagt Menschen und Suchmaschinen sofort, wo du bist.
  • Die Domain gehört dir, nicht deinem Dienstleister. Lass dich als Inhaber eintragen. Das ist der Punkt, an dem ein Wechsel später scheitert oder gelingt.
  • Eine E-Mail-Adresse auf der eigenen Domain wirkt anders als eine von einem kostenlosen Anbieter. Der Unterschied ist klein im Aufwand und groß in der Wirkung.
  • Zugangsdaten an einem Ort ablegen, an den du auch in zwei Jahren noch kommst. Ich habe zu viele Leute erlebt, die ihre eigene Seite nicht mehr ändern konnten.

Cookie-Banner nur, wenn nötig

Diese Fenster nerven, kosten Besucher und sind nicht in jedem Fall erforderlich. Sie werden gebraucht, wenn deine Seite Dinge lädt oder speichert, die eine Einwilligung verlangen: eingebettete Karten, Videos, Schriftarten von fremden Servern, Statistik- oder Werbewerkzeuge, Chatfenster.

Daraus folgt der einfachste Weg zu einer bannerfreien Seite: nichts Fremdes einbinden. Schriften mitliefern statt nachladen, die Anfahrt als Beschreibung mit Link statt als eingebettete Karte, auf Statistik verzichten. Das macht die Seite gleichzeitig schneller. Ob dein konkreter Fall wirklich ohne Einwilligung auskommt, sagt dir verbindlich nur eine Anwältin oder die Datenschutzaufsicht deines Bundeslandes — und diese Auskunft ist kostenlos.

Wer pflegt die Seite?

Der Punkt, an dem die meisten Seiten scheitern. Nicht am Bau, sondern daran, dass ein halbes Jahr später ein Preis nicht mehr stimmt und niemand weiß, wie man ihn ändert.

Vier Fragen, bevor gebaut wird

1. Wer hat die Zugangsdaten — und liegen sie so, dass du sie in zwei Jahren wiederfindest? 2. Wie lange dauert eine kleine Änderung, und was kostet sie? 3. Kannst du Preise und Öffnungszeiten selbst ändern, ohne jemanden zu fragen? 4. Was passiert, wenn dein Dienstleister nicht mehr erreichbar ist?

Eine Seite mit veralteten Preisen ist schlimmer als keine: Gäste berufen sich auf den alten Betrag, und du stehst zwischen deinem Preis und dem, was auf deiner Seite steht. Wer die Preise ändert, sollte das an einem Nachmittag erledigen können, ohne auf jemanden warten zu müssen.

Und noch ein nüchterner Rat zum Zeitpunkt: Die Website ist selten der erste Schritt. Wenn Raum, Preise und Terminvergabe noch nicht stehen, baust du ein Schaufenster für einen Laden, der noch nicht eingerichtet ist. Was vorher dran ist, steht in Massagestudio eröffnen.

Häufige Fragen

Soll ich meine Website selbst bauen oder bauen lassen?

Entscheide nach Freude an der Sache und nach der Frage, wer später pflegt. Der teuerste Fall ist immer der halbfertige Eigenbau.

Was ist der Unterschied zwischen Baukasten, CMS und Agentur?

Baukasten heißt bequem, aber gebunden. Ein Content-Management-System heißt frei, aber selbst verantwortlich. Eine Auftragsarbeit heißt abgegeben — mit der Frage, wem Domain und Zugänge gehören.

Welche Seiten muss eine gewerbliche Website haben?

Impressum und Datenschutzerklärung. Bei Online-Buchung und Gutscheinverkauf in der Regel zusätzlich AGB und Widerrufsbelehrung — anwaltlich erstellen lassen.

Welche Seitenstruktur passt für einen Massageanbieter?

Startseite, Angebot, Preise, Über mich, Kontakt, Anfahrt — plus Impressum und Datenschutz im Fußbereich. Mehr ist am Anfang nur Pflegeaufwand.

Was gehört auf die Startseite und in welcher Reihenfolge?

Ein Satz zu Angebot und Ort, dann die Terminmöglichkeit, dann echte Fotos, dann Anwendungen mit Preisen, dann drei Sätze über dich, zum Schluss die Anfahrt.

Darf ich auf meiner Website schreiben, wogegen eine Massage hilft?

Als Wellnessanbieter besser nicht. Beschreibe, was passiert und wie es abläuft, statt eine Wirkung gegen Beschwerden zu versprechen.

Brauche ich einen Cookie-Banner?

Nur, wenn du einwilligungspflichtige Dinge einbindest. Wer nichts Fremdes lädt, kommt oft ohne aus — die verbindliche Auskunft gibt die Datenschutzaufsicht.

Wer pflegt die Seite, wenn sich Preise ändern?

Das klärst du vor dem Bauen: Zugänge, Dauer, Kosten einer Änderung — und ob du Preise selbst ändern kannst.

Quellen und Anlaufstellen

  • Digitale-Dienste-Gesetz (DDG), § 5 — Impressumspflicht für geschäftsmäßige Angebote
  • Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), Artikel 13 — Informationspflichten; Artikel 9 — besondere Kategorien personenbezogener Daten
  • Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz (TDDDG), § 25 — Einwilligung beim Speichern und Auslesen von Informationen auf Endgeräten
  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), §§ 312d ff. und Artikel 246a EGBGB — Informationspflichten und Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen
  • Heilmittelwerbegesetz (HWG) und Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) — Grenzen für Aussagen in Texten, Überschriften und Alt-Texten
  • Datenschutzaufsichtsbehörde des jeweiligen Bundeslandes — kostenlose Auskunft zu Einwilligung und Datenschutzerklärung
  • Eigene Erfahrungen und Rückmeldungen von Absolventinnen und Absolventen, Massageschule Baumann, seit 2012

Kein Rechtsrat. Die Hinweise zu Impressum, Datenschutzerklärung, AGB, Widerrufsbelehrung, Einwilligung und Werbeaussagen sind Orientierung aus der Praxis und ersetzen keine Rechtsberatung. Rechtstexte für die eigene Seite gehören zu einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt; für datenschutzrechtliche Fragen ist die Aufsichtsbehörde deines Bundeslandes zuständig und antwortet kostenlos. Kosten für Websites, Domains und Dienstleistungen nenne ich bewusst nicht — sie unterscheiden sich stark und veralten schnell. Stand dieser Seite: 5. August 2026.

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Die meisten kommen beim Texten ins Stocken, weil ihr Angebot noch nicht klar ist. Im Kurs klärt sich das nebenbei: was du kannst, wie lange es dauert, wie du es nennst und wo die Grenze verläuft. Fragen wie diese haben in Gruppen von maximal fünf Personen ihren Platz.

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